Montag, 6. Februar 2012

37. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

ACHTUNG: Es werden nur die Worte berücksichtigt, die als Kommentar unter dem aktuellen Tag gesetzt wurden!!!!!!


Info:
Jeden Tag kommt ein Teil zur Geschichte dazu, so dass am Ende des Jahres eine lange, spannende, traurige oder witzige Geschichte raus kommt.
Und das Beste daran: Ihr könnt mitmachen!

Einzige Voraussetzung dafür ist ein Kommentar unter dem Text. Dort dürft Ihr mir ein Wort hinterlassen, das am nächsten Tag in die Geschichte mit eingebaut wird.
Wichtig! Schreibt dazu, dass es sich um das Wort handelt. Denn "Super!", "Scheiße", "Mist" sehe ich als Kompliment oder Kritik. Steht es aber so drin, "Stichwort: Scheiße" kann ich es auch einarbeiten.
Die vorgeschlagenen Worte sind im Text dann gelb markiert...




37. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

...  
In der Nacht schlief er wie ein Stein und erwachte am Samstagmorgen mit Halsschmerzen
Blöder Schnupfen von gestern Abend. Sicherlich hatte er wieder mal mit offenem Mund geschlafen.
Er kochte sich heute Tee, anstatt Kaffee. Für seinen Hals. Besser als irgendein Medikament und seiner Meinung nach auch wirksamer, als all diese Kugeln aus der Homöopathie.
Tina glaubte auch daran und hatte für alles mögliche ihre Kügelchen. Ole nicht. Wenn er richtig krank war, ging er in die Apotheke oder zum Arzt und holte sich was ordentliches, wie er es stets nannte.
Per Dosenöffner befreite er Oskars Futter und tat dem Kater was gutes. Dieser dankte es ihm mit Ignoranz. Genüsslich verspeiste er sein Futter, ohne Ole eines Blickes zu würdigen.
So gut würde ihm das sicherlich nicht gehen, wenn er mal in Rente wäre, dachte Ole.
Mit zwei Scheiben Toast, belegt mit Salami,  setzte sich Ole an seinen bereits hochgefahrenen PC.
Er hatte einige E-Mails bekommen.
Die erste, die er las, war von seinem alten Freund Olli. Er hatte sein Hobby zum Beruf gemacht und war nun Fotograf in Norderstedt.
"Hey Ole, wie gehts Dir so?
Hoffe, Du bist gut ins neue Jahr gerutscht und hattest frohe Weihnachten gehabt. Wollte Dir mal meine neue Homepage mitteilen.

Dort kannst Du auch einen Blick auf mein neues Projekt werfen. Natürlich hab ich auch ein nettes Angebot für alle verliebten zum Valentinstag.Für Dich vielleicht auch eine Idee? ;)
Liebe Grüße und laß mal wieder treffen!
Olli"

Ole und Olli. Er musste schmunzeln. Da gabs damals zu Teeniezeiten schon kleine Witze drüber. Der Klassenkasper und der Streber. Eine gute Kombination waren sie. Zu gerne dachte er an die gute alte Zeit zurück und ihn erfüllte fast eine Art Sehnsucht. Schade, dass die so schnell vergangen war.
Er würde Olli aber mal zu sich einladen. Vielleicht, wenns wärmer wäre. Dann könnten sie, wie in alten Zeiten, eine "Sleepover Party" am Strand machen. Schön mit all den anderen Freunden zusammen. Grillen, nett einen trinken, alte Geschichten erzählen, Lachen und nicht daran denken, dass sie nun schon alte Säcke sind. So nannten sie damals die erwachsenen, die an Familie gründen und feste Regeln dachten.
Er schrieb kurz zurück:

Moin Olli, Mir gehts gut. Und Dir? Danke für den Link, werde mal schön die Werbetrommel rühren.
Treffen klingt gut. Wie wärs mal auf ein Bierchen?
LG Ole

Die zweite E-Mail war von seinem Vater, der ihn einlud, mit ihm zusammen in die Sauna zu gehen.
Sie hatten das früher oft gemacht. Zum Abspannen nach einer harten Arbeitswoche. Zumindest war das der Grund seines Vaters. Er machte nur mit, um ihn mal alleine für sich zu haben. Im Whirlpool konnten sie sich lange ungestört unterhalten.
Ole griff nach dem Kugelschreiber und notierte sich die neue Nummer seines Vaters.
Die neue Frau, sozusagen seine Stiefmutter, ging ans Telefon undsagte ihm, dass ihr Mann noch auf der Arbeit sei, er aber gerne einfach vorbei kommen solle.
Weil er nichts weiter vor hatte, machte er sich auf den Weg. Unterwegs holte er an der Tanke ein "Meister Manni" Heft. Sein kleiner Halbbruder würde sich sicherlich freuen.
"Schön, dass Du da bist," begrüßte ihn Antje. "Paul wird sich bestimmt freuen."
Antje war höchstens zwei Jahre älter als er, aber fast dreißig Jahre jünger, als sein Vater.
Ole ging zu seinem kleinen dreijährigen Bruder und setzte sich daneben. Dieser schaute ihn müde an und ließ seinen Schnuller im Mund auf und ab wackeln.
In seiner blau gepunkteten Unterhose, die sich über die Windel spannte und dem Schlafanzugoberteil sah er aus, als wäre er gerade erst aufgestanden.
"Na mein kleiner, alles klar? Gib mir fünf!" Ole hielt ihm die Hand hin und Paul haute, hinter dem Nucki grinsend, drauf.
"Paulchen ist nicht ganz fit. Er hatte heute Nacht einen Nachtschreck und es hat ewig gedauert, bis er sich wieder beruhigen konnte."
"Nachtschreck?"
"Ja, der Nachtschreck ist eine Schlafstörung bei Kleinkindern. Er zeichnet sich durch plötzliches, heftiges Schreien in der Nacht aus. Paul schreckte aus dem Schlaf hoch, ohne zu erwachen. Er schrie, weinte und schlug um sich. Im Moment hat er das recht oft. Hattest Du sowas nie als Kind?"
"Keine Ahnung, kann mich jedenfalls nicht mehr dran erinnern."
Paul guckte wieder zum Fernseher. "Au Schwarte" lief darauf. Den Ringel mochte Paul, das wußte Ole.
"Dein Vater müsste jeden Moment kommen," meinte Antje und schmierte Paul mit Creme ein. 
"Penatencreme?"
"Nein, Wind und Wetter Creme. Ich will gleich noch ein wenig mit ihm an die Luft. Vielleicht schläft er dann nochmal ein wenig."
Der Schlüssel im Türschloß war zu hören und kurz danach kam Oles Vater rein. Er hatte noch die Arbeitsschutzkleidung der Stadtreinigung an.
"Hey Ole, schön Dich zu sehen." Er nahm sich das Headset ab und legte es neben sich auf den Schrank.
...







Sonntag, 5. Februar 2012

36. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

ACHTUNG: Es werden nur die Worte berücksichtigt, die als Kommentar unter dem aktuellen Tag gesetzt wurden!!!!!!


Info:
Jeden Tag kommt ein Teil zur Geschichte dazu, so dass am Ende des Jahres eine lange, spannende, traurige oder witzige Geschichte raus kommt.
Und das Beste daran: Ihr könnt mitmachen!

Einzige Voraussetzung dafür ist ein Kommentar unter dem Text. Dort dürft Ihr mir ein Wort hinterlassen, das am nächsten Tag in die Geschichte mit eingebaut wird.
Wichtig! Schreibt dazu, dass es sich um das Wort handelt. Denn "Super!", "Scheiße", "Mist" sehe ich als Kompliment oder Kritik. Steht es aber so drin, "Stichwort: Scheiße" kann ich es auch einarbeiten.
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36. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

...  
Ole bewunderte seinen Kater, wie er sich entspannt auf der Fensterbank ausbreiten konnte, ohne die ausladenden Kakteen zu berühren.
Als besitze Oskar kleine Sensoren, die ihm signalisierten, wie weit er sich bewegen dürfe.
Und während er seinen Kater beobachtete, fiel ihm wieder ein, dass das Katzenklo sauber gemacht werden musste.
Er ging ins Bad und nahm die Schale mit dem Granulat aus der Badewanne. Wie erwartet, hatte das alte Viech wieder ordentlich gewütet und die kleinen, weißen Steinchen waren in der ganzen Wanne zerstreut.
Den Tipp hatte ihm mal seine Mutter gegeben, nachdem er wieder und wieder morgens in die Steine getreten war.
Ihr Kater Hummel war genauso.
Hummel, was für ein Name für eine Katze. Aber den Namen hatte er weg, nachdem er als Kätzchen wie verrückt umher tobte, als habe er Hummeln im Hintern.
Die Quietschente, die er sonst auf dem Badewannenrand sitzen hatte, lag unter dem Granulat im Katzenklo. Oskar liebte dieses quietschende Ding und holte sich die immer und immer wieder aus dem Regal.
Nachdem er fertig war, entschied er sich dafür, sich ein heißes Bad einlaufen zu lassen. Das Heiligtum Oskars stellte er auf den Boden und ließ Wasser ein.
In der Küche entsorgte er das restliche Chili und ging auf den Balkon, um dem Schneetreiben zu folgen.
Die kleinen Flocken tanzten zu hunderten im Schein der Lampen aus dem inneren des Hauses und waren eifrig dabei, mit einer neuen, weißen Schicht Frau Müllers Teeküchen Dach zu decken.
Die Spuren aus der Silvesternacht waren längst verschwunden.
Ein Kälteschauer ließ seinen Körper beben und bevor er sich noch Frostbeulen holte, ging er wieder zurück in die warme Küche.
Oskar schrie auf und Ole lief sofort ins Wohnzimmer.
Dort erlebte er ein Schauspiel wie für die Götter. Sein Kater schüttelte wie wild seine Pfote, versuchte daran zu lecken und den langen Kaktusstachel heraus zu ziehen.
Schnell griff er zu seiner Kompaktkamera, nahm seinen Kater in den Fokus und wollte die Bilder festhalten. Doch leider waren die Batterien leer.
Er griff zur Spiegelreflex, konnte aber durch den Sucher nichts erkennen. Als er den UV Filter darauf begutachtete, sah er, dass dieser völlig verschmiert war. Es schien, als habe Oskar wieder das Bedürfnis gehabt, die kleine Scheibe zu putzen.
Ole wollte den Filter eh genauer reinigen und wollte ihn gerade abnehmen, als ihm die Badewanne wieder einfiel.
Gerade rechtzeitig konnte er das Wasser ausstellen, bevor es durch den Überlaufstopp gelaufen wäre.
Mit sauberer Wäsche und der Packung Ferrero Küsschen begab er sich zurück ins Bad.
Die Süßigkeit würde er sich gleich ganz entspannt gönnen.
Zum Glück bekam er keine Mon Cheri. Die konnte er auf den Tod nicht ausstehen, nachdem er sich mal als Teenager mit einem Freund eine ganze Packung geteilt hatte und sie danach die ganze Nacht kotzen mussten.
Der Vater seines Freundes, ein Zahnarzt, hatte ihnen eine stundenlange Predigt gehalten, was für einen Schaden erst der Zucker und dann die Säure des Erbrochenem an den Zähnen anrichten könne.
Was für ein Spiesser, dachte Ole wieder und schob sich ein Küsschen in den Mund.
Irgendwann  war er mal mit Zahnschmerzen bei dem. Danach sprach er nur noch von Frankenstein, da er in seinem Behandlungszimmer eine Vitrine voll mit alter Behandlungswerkzeuge stehen hatte und ihn damit doch sehr einschüchterte.
Malte aber, der war weder eingeschüchtert von seinem Vater, noch hatte er die gleichen Pläne, wie er.
Er war auf Parties sogar so verrückt, dass er  Wick Vaporup gesoffen hatte. Nur, weil da Alkohol drin war.
Manche sagten über ihn, er hätte sogar das 4711 seiner Oma getrunken.
Jetzt, mit fast dreißig Jahren, war Malte völlig bodenständig geworden. War Heilpraktiker und hatte eine eigene Praxis. Er rief ihn regelmäßig an, um heilpädagogische Übungsbehandlungen an ihm zu testen.
Vieles fühlte sich sogar gut an und so war Ole gerne Versuchskaninchen.
Nur den Biokram von Maltes Frau lehnte er dankend ab. Haferflockenbrot mit Weizenkleie und hast Du nicht gesehen. Das war einfach nicht seins.
Entspannt lehnte er sich in der Wanne zurück. Das heisse Wasser umspielte seinen Körper und nahm ihn in sich gefangen. Durch die Hitze bildete sich kurz eine Gänsehaut, die aber schnell wieder verschwand.
So könnte er ewig liegen. Sein Körper entspannte sich und er fühlte sich gut.
Nachdem das Badewasser kühler wurde, stieg er widerwillig heraus und öffnete das Fenster zum Lüften. Sofort ströhmte die Kälte durch den schmalen Spalt und Ole zog das Handtuch enger zusammen.
Im Jogginganzug und mit einem Bier setzte er sich an seinen PC.
Auf Facebook hatte ihm jemand einen Link zur eigenen Homepage auf die Pinnwand gesetzt. Wieder so eine "Guck-mal-was-für-ein-süßes-Kind-wir-haben-das-sich-nicht-wehren-kann-dass wir-Bilder-von-ihm-in-Windeln-im-www-verbreiten" Seite.
Was war er froh, dass es damals so etwas noch nicht gab, als er Baby war. Da wurden nur die dicken, in Leder gebundenen Fotoalben umher gezeigt.
Er scrollte die Startseite runter, las die Beiträge seiner Freunde und fand ein Musikvideo von Johann Königs Lied Burnout.
Klasse, das will ich haben und mit diesem Gedanken kaufte er bei iTunes ein.
Kurz danach dudelte es von seinem Rechner.
Er sah sich noch seine zuletzt empfangene E-Mail an, löschte die Verkaufsempfehlung für eine Senseo Kaffeemaschine und ging ins Bett.
Passend zum Schlafen fing seine Nase an zu laufen und er griff nach der Packung Tempos.
...




Du wolltest es doch so! (Ein Kurzkrimi)

Hier mal für Zwischendurch ein kleiner Kruzkrimi. 
Hat also nichts mit dem 366 Tage Projekt zu tun. ;)


Du wolltest es doch so

Das Blaulicht der Streifenwagen zuckte durch die Dunkelheit des Winterabends und tauchte die Atmosphäre in eine zusätzliche Kälte.
Die beiden Freundinnen Tina und Alex kamen gerade aus dem kleinen, angelegten Hochzeitswald* in den Wendehammer ihrer Straße und bekamen das Schauspiel mit. Ihre kleinen Hunde, ein Parson Russell Terrier und ein Malteser-Mix, zogen an der Leine und versuchten, die für sie fremde Situation zu verbellen. Aus einem der Häuser kamen Beamte mit dem Eigentümer heraus. Herr Petersen sah alles andere als glücklich aus. Als er die beiden Frauen erblickte, stieß er aufgeregt den Polizisten vor ihm an und deutete auf sie.
„Da, die jungen Damen können bezeugen, dass ich es nicht war!“
Ein Beamter sprach sie an: „Guten Abend, Schmidt mein Name. Kennen Sie diesen Mann?“
Das ist Herr Petersen. Wieso, was ist denn passiert?“
„Können sie mir sagen, wann sie ihn zuletzt gesehen haben?“, fuhr er fort, ohne auf die Frage einzugehen.
Tina schaute auf die Uhr.
„Vor einer Stunde, etwas nach zwanzig Uhr. Wir beide hatten uns kurz davor zum Gassi gehen getroffen.“
„Und sie sind?“ Er sah beide an und trommelte mit seinem Bleistift auf den Block in seiner Hand herum.
„Alexandra Hennings.“
„Und Christina Schütte.“
Er nahm ihre Personalien auf und bat sie, für eine Zeugenaussage am nächsten Tag auf die Wache zu kommen. Dann schloss er sich seinen Kollegen an.
„Was meinst du, ist da passiert?“
„Einbruch, könnte ich mir vorstellen. Aber wieso wird Herr Petersen mitgenommen?“
„Keine Ahnung. Wollen wir morgen zusammen zur Wache?“ fragte Tina.
„Ja. Bestimmt erfahren wir dann, was los war.“
Sie verabredeten sich für den nächsten Vormittag, um gemeinsam ihre Aussage zu machen.

„Vielen Dank, dass sie gekommen sind. Wir ermitteln in einem Mordfall und
brauchen ihre Aussage.“
Der Beamte bat Alex, sich zu setzen. Tina war mit einer Beamtin im Nebenzimmer.
„Die Personalien haben wir gestern aufgenommen. Jetzt würde ich gerne von ihnen wissen, wann sie gestern Herrn Petersen gesehen haben.“
„Das war gestern Abend, kurz nach zwanzig Uhr. Wir sind mit unseren Hunden zu unserer täglichen Abendrunde gestartet und haben dort Herrn Petersen mit seinem Hund getroffen.“
„Wo genau war das?“ Er schob ihr einen Ausschnitt des Stadtplans hinüber, auf dem das Haus von Herrn Petersen farbig markiert war.
„Das war hier, an der alten B-fünf“, Alex zeigte auf die Straße, die parallel zu ihrer Wohnstraße verlief.
„Aus welcher Richtung kam Herr Petersen?“
„Herr Petersen kam aus Richtung der Kreuzung und ging hier weiter. Wir haben ihn später noch hier getroffen.“
Sie zeigte auf eine Straße, die hinter einem Waldstück entlang ging.
„Er geht mit seinem Hund immer diese Runde. Oft treffen wir ihn direkt hier auf der großen Hundewiese. Wir gehen die Runde entgegengesetzt.“
„Ist ihnen irgendwas an Herrn Petersen aufgefallen? War er anders als sonst?“
Alex schüttelte mit dem Kopf.
„Nein, er war wie immer. Kurz angebunden, aber freundlich.“
„Vielen Dank, das war’s dann auch schon. Sofern ihnen noch etwas einfällt, melden Sie sich bei uns.“
Er reichte ihr eine Visitenkarte, gab ihr die Hand und begleitete sie bis in den Flur. Tina stand bereits draußen und zusammen verließen sie das Gebäude.
„Glaubst Du, Herr Petersen könnte seine Frau umgebracht haben?“
„Ne, das kann ich mir nicht vorstellen“, meinte Tina.

Abends trafen sie sich am Wendehammer, um ihre Runde zu gehen. Zu dem Zeitpunkt kam Herr Petersen aus dem Haus und auf sie zu. Sie sprachen ihm ihr Beileid aus und er fragte sie, ob er sich ihnen anschließen dürfe.
Zu dritt drehten sie ihre Runde und Herr Petersen erzählte von dem Verhör
durch die Polizei und dankte ihnen, dass sie sein Alibi bestätigt hatten. Er galt  nicht mehr als verdächtig.
Die Tage und Wochen vergingen und Herr Petersen wartete jeden Abend vor der Haustür auf die beiden. Die Trauer um seine Ehefrau war nach wenigen Tagen vorbei und er wurde offener. Wenn Tina und Alex nachmittags ohne ihn spazieren gingen, sprachen sie im Scherz von ihrem Stalker.
Eines Nachmittags kürzten sie ihre Runde wegen Magenschmerzen von Tina ab und gingen über die Schnellstraße in den Hochzeitswald hinein. Sie leinten ihre Hunde ab und Percy nahm sofort die Spur eines Hasen auf. Wie vom Blitz getroffen, rannte er davon.
„Scheiße! Percy, hiiiier!“ Tina und hastete ihm stöhnend hinterher. Alex folgte.
Er war der Fährte bis zu einem alten Brettervorschlag gefolgt, der mit Efeu überwuchert war und hatte durch sein Tempo dieses Hindernis umgeworfen. Als die beiden dort ankamen, waren sie erstaunt: Hinter dieser Wand ging ein akkurat geschnittener Weg auf das Grundstück von Herrn Petersen.
Percy kam schwanzwedelnd auf sie zu gelaufen und sie gingen wieder auf den Weg zurück.
„Was ist, wenn Herr Petersen seine Frau doch umgebracht hat?“ fragte Tina.
„Du meinst, wegen dem Weg? Das glaube ich nicht. Die meisten Hausbesitzer hier haben einen Weg zum Wald raus.“ Alex wendete es ab, sie konnte nicht glauben, dass er zu so etwas in der Lage wäre.

Abends bekam Alex eine SMS von Tina, die ihr absagen musste. Ihre Magenschmerzen wurden nicht besser. Sie sah sich gezwungen, alleine mit Herrn Petersen die Runde zu gehen.
Nach dem Erlebten vom Nachmittag war sie angespannt in Anwesenheit des Mannes. Er merkte es nicht und plauderte munter drauf los. Irgendwann schob sie den Gedanken beiseite und wurde entspannter. Sie lachte über Witze, die er machte und erzählte ihm von ihrem Tag. Die Entdeckung von Percy behielt sie  für sich.
Als sie auf dem Rückweg in den Hochzeitswald kamen, legte er seinen Arm um ihre Schulter und zog sie seitlich zu sich ran. Alex drehte sich geschickt aus
seinem Griff heraus und sah ihn erschrocken an.
Auch sein Blick war erschrocken.
„Was soll das?“ fragte er verwirrt.
„Meinen sie nicht, das sollte ich sie fragen?“
„Na hör mal, Du willst das doch! Du baggerst mich doch schon seit Monaten an!“
„Ich?“ Alex war empört und geschockt zugleich.
Ja natürlich! Du machst mir schöne Augen! Jedes Mal, wenn wir uns gesehen haben. Willst Du mir jetzt sagen, all meine Planung und die Mühe waren umsonst?“ Zorn war in seinem Gesicht zu sehen und plötzlich war ihr alles klar.
„Sie haben sie umgebracht, nicht wahr?“
„Nein, DU hast sie umgebracht. Du hast mich angestiftet, das zu tun. Damit ich frei für Dich bin und wir eine unbeschwerte Zukunft haben.“
Sie schüttelte den Kopf und ging langsam rückwärts von ihm weg.
„Es hat alles perfekt geklappt. Wir haben uns getroffen und ich habe gewartet, dass ihr außer Sicht seid. Dann bin ich hier rüber gegangen, durch meinen Hintereingang und zum Haus. Ich habe die Scheibe eingeschlagen, dass es aussieht, wie ein Einbruch. Dann habe ich meine Frau erschlagen und bin weiter meine Runde gegangen. DU hast mir mein Alibi bestätigt!“
Ihr drehte sich der Magen um und sie bekam Angst. Was würde er jetzt machen?
„Bitte! Lassen sie mich gehen. Ich werde niemandem etwas sagen.“
„Nein. Du willst mich nicht und wenn ich Dich nicht bekommen kann, soll es keiner!“
Mit einem Satz war er bei ihr und griff ihr mit seinen großen Händen an den Hals. Sie bekam kaum Luft und röchelte. Ihr Hund neben ihr fing an zu knurren und sprang mit gefletschten Zähnen auf ihn zu. Er verbiss sich in sein Bein und Herr Petersen lockerte mit einem Aufschrei des Schmerzes seinen Griff.
Sofort drang die Luft in ihre Lunge zurück und sie nahm all ihre Kraft zusammen und trat ihm zwischen die Beine. Als er sie losließ, rannte sie in Richtung Schnellstraße. Todesangst erfüllte sie. Ihr war heiß und kalt zugleich. Ohne auf den Verkehr zu achten rannte sie los. Hinter sich hörte sie das Quietschen von Bremsen und einen lauten Knall.
Sie rannte weiter und erst, als sie auf der anderen Straßenseite angekommen war, wagte sie es, sich umzudrehen. Die Wagen standen still.
„Sagen sie, sind sie übergeschnappt?“ Ein Mann schwang seine geballte Faust in ihre Richtung. Sie ignorierte es und sah auf den Kegel des Scheinwerferlichtes. Dort lag eine Person. Sie erkannte Herrn Petersen. Blut lief ihm über das Gesicht und seine Augen waren verdreht. Während sie sich umdrehte und übergab, hörte sie Polizeisirenen näher kommen.

„Ihre Freundin hatte uns angerufen und uns alles erzählt. Sie war fest davon überzeugt, dass sie in Lebensgefahr schweben würden.“ Und mit Blick auf die Fahrbahn, die von den Kollegen gesperrt wurde, fügte er hinzu: „Und sie schien Recht gehabt zu haben.“


*Hochzeitswald: Ein Hochzeitswald ist eine in vielen Städten und Gemeinden verbreitete Gelegenheit für Brautpaare, einen Baum auf einer bestimmten Fläche zu pflanzen. Dazu wird in der Regel von der Gemeindeverwaltung eine spezielle Fläche vorgehalten. Oft hilft die Kommune bei der Bestellung des Baumes und der fachgerechten Durchführung der Pflanzung. Einige Kommunen berufen sich dabei auf historische Ursprünge.  (Quelle: Wikipedia)

Samstag, 4. Februar 2012

35. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

ACHTUNG: Es werden nur die Worte berücksichtigt, die als Kommentar unter dem aktuellen Tag gesetzt wurden!!!!!!


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Einzige Voraussetzung dafür ist ein Kommentar unter dem Text. Dort dürft Ihr mir ein Wort hinterlassen, das am nächsten Tag in die Geschichte mit eingebaut wird.
Wichtig! Schreibt dazu, dass es sich um das Wort handelt. Denn "Super!", "Scheiße", "Mist" sehe ich als Kompliment oder Kritik. Steht es aber so drin, "Stichwort: Scheiße" kann ich es auch einarbeiten.
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35. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

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Der Parkplatz an der Elbe war brechend voll. Viele Menschen hatten heute diesen Einfall. Die Sonne schien und trotz der eisigen Kälte lockte der wunderbare Ausblick und die klare Luft die Leute nach draussen. Die kleinen Cafés hatten geöffnet und unter den Gaspilzen saßen Leute in Decken gehüllt und genossen in der Sonne ihren Kaffee und den auf Plakaten angepriesenen Chai Latte.
Marie und Ole gingen mit Toby auf dem Weg entlang der Promenade spazieren. 
"Auch ein Stück Schoki?" sie hielt ihm Milka Schokolade entgegen.
"Ne lass mal, dafür ist mir jetzt zu kalt."
Sie zuckte mit den Schultern. "Na dann nicht. Mehr für mich."
"Und später jammerst Du wieder rum, dass Du abnehmen musst."
"Tja mein lieber, das Leben ist kein Ponyhof, aber den Zucker schlecke ich trotzdem gerne."
Sie konnte sich die paar Pfund durchaus leisten, dennoch wusste er genau, dass sie spätestens zum Sommer zu jammern anfängt.
Zum Glück gehörte sie aber nicht zu der Sorte, die sich nach jeder Mahlzeit Abführtee kochten und Abführzäpfchen einführten. So eine Freundin hatte er mal und es kostete nicht nur ihr sämtliche Nerven, sondern auch ihn.
Am Ende war ihre Beziehung kaputt. Es gab nichts mehr zu kitten.
Sein Handy gab ein Harfenklingen von sich und deutete ihm damit, dass er eine Nachricht über Whats App bekommen hatte.

Nochmals Danke für den Stoff. Die Babydecke ist fertig. 

Und dazu hatte Tina ihm ein Foto von dem Kleinen mit der Decke geschickt.
Er antwortete schnell, dass sie das super hinbekommen hätte und es für ihn kein Problem gewesen sei.
Dann widmete er sich wieder seiner Schwester und dem Spaziergang.
Toby kläffte bei jedem Hund, der ihnen entgegen kam. Dieses hohe, piepsige, nicht enden wollende Bellen verursachte ein Piepen.
"Man Toby, jetzt halt doch mal die Klappe. Ich krieg noch nen Tinitus!"
Aber Toby wollte einfach nicht hören und hatte schon den nächsten Hund im Visier.

Nachdem sie ihre Runde an der Elbe gedreht hatten, Ole seine Schwester erst zum Essen einlud und dann wieder zuhause absetzte, begab er sich nach Hause.
Im Treppenhaus hörte er die Melodie von Benjamin Blümchen aus einer der Parterre Wohnungen kommen. Der kleine Junge dort war großer Fan von dem riesigen Elefanten.
Seine alten Hörspielkassetten hatte er dem Kleinen vor einiger Zeit geschenkt und seitdem würde er sie rauf und runter hören.
Das Zimmer würde aussehen, wie ein Schweinestall, da er alle Abenteuer versuchte nachzuspielen und täglich alles aus seinen Kisten räumte.
Ole musste Grinsen, als er hörte: "..Nein der Zwerg, das ist ja Otto, und der Berg ein Elefant, der ist freundlich und kann sprechen und im ganzen Land bekannt..."
Den Text konnte er noch immer.
Oskar begrüßte ihn schnurrend und folgte ihm ins Wohnzimmer.
Als er auf die Fensterbank sprang und sich genüsslich putzte, sah Ole draussen vor dem Fenster einen Schneesturm toben.
Er war erleichtert, zuhause zu sein und dachte an die vielen Leute, die in den Cafés saßen. Ob sie es auch rechtzeitig geschafft hatten?
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Freitag, 3. Februar 2012

34. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

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Einzige Voraussetzung dafür ist ein Kommentar unter dem Text. Dort dürft Ihr mir ein Wort hinterlassen, das am nächsten Tag in die Geschichte mit eingebaut wird.
Wichtig! Schreibt dazu, dass es sich um das Wort handelt. Denn "Super!", "Scheiße", "Mist" sehe ich als Kompliment oder Kritik. Steht es aber so drin, "Stichwort: Scheiße" kann ich es auch einarbeiten.
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34. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

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Pünktlich um Fünfzehn Uhr stand Ole bei seiner Schwester auf der Matte. Er hasste Unpünktlichkeit. Aus diesem Grund hatte er den Nachtfrost und die Tatsache, dass sein Wagen im Schatten der Häuser auch nachmittags noch zugefroren war und freigekratzt werden musste, mit eingeplant.
"Wir müssen noch einen Moment warten, Bo*Frost wollte bis Fünfzehn Uhr gekommen sein, aber der Fahre rief mich eben schon an, er würde gerade im Verkehr feststecken und ein wenig später kommen."
"Ich kann in der Zeit den Baum wegbringen."
Schnurstracks ging er ins Wohnzimmer, schnappte sich den Baum und ging damit zum Balkon. Nachdem er sich vergewisserte, dass niemand unten stand, warf er die alte Tanne über die Brüstung.
"Äh, willst Du den Baum nicht mitnehmen?" fragte ihn Marie, als er ins Treppenhaus ging.
"Guck mal nach draussen."
Die Sammelstelle war nicht weit entfernt und zu seiner eigenen Befriedigung stellte er fest, dass er nicht der Einzige war, der mit Baum unterwegs war.
Zeitgleich mit Bo*Frost kam er wieder zurück zum Haus.
Marie verstaute die bestellten Sachen im Eisfach, nahm den Beutel Eiswürfel heraus, um mehr Platz zu haben und sah Ole danach zufrieden an.
"Also ich wäre dann soweit."
"Ich auch."
Sie zog sich an, setzte ihre dicke Wollmütze auf und zog die Hello Kitty Handschuhe an.
"Bist Du dafür nicht ein wenig zu alt?" Er deutete auf ihre Hände.
"Was? Das ist Kult!"
"Das sind Liebestöter!" Entgegnete er.
"Wenn ich eine Frau treffe, die ich auf mein Alter schätze, und sie hat sowas an, dann muß ich doch ernsthaft daran zweifeln, ob sie geistig wirklich schon alt genug für mich ist."
"Ey, Du bist fies. Ich zieh Dich doch auch nicht mit Deinen Superman Unterhosen auf, die morgens dann mit ner Moprala aussehen, als hätte er nen genmanipulierten Arm."
Sie und ihre große Klappe.
"Na zumindest krieg ich durch den Anblick von Spiderman keine Potenzprobleme."
"Aber vielleicht Inkontinenzprobleme. Dann kannst Dir von der alten Müller die Binden ausleihen."
"Fang nicht wieder davon an."
Sie lachte und stieß ihm in die Seite.
"Los, lass uns gehen. Ich hatte noch kein Mittagessen und möchte in dem Restaurant dort etwas essen. Sabine meinte, ich soll unbedingt die Garnelen dort probieren."
Sie griff in die Jackentasche und legte ihren MP3 Player auf die Garderoben Ablage.
"Das ist ja nett, dass Du den hier lässt, wenn wir zusammen spazieren gehen."
"Batterien leer. Da bringt mir das Album von Herbert Grönemeyer nicht viel. Aber bilde Dir nichts ein, beim nächsten Mal kommt Herbie wieder mit."
Sie gingen durchs Treppenhaus und Marie lief an ihren Briefkasten. Die Post ließ das Fach fast aufplatzen.
"Warte mal, ich will die Briefe noch schnell rausholen."
Ein Schwall Umschläge, Werbeprospekte und Zeitungen kamen ihr nach Öffnen entgegen.

Schnell fing sie alles auf und sortierte das wichtigste heraus. 
Ole durfte Ablage für den Müll sein. Die Zeitungen, Werbeprospekte von der Deutschen Bahn und ihrer Bahn Card, Ein Werbeprospekt vom Serengeti Park. Ein Freizeitpark und Serengeti Tierpark in einem.
"Ach Du Scheiße!" fluchte Marie.
"Was ist?" 
"Ich hab ne Einladung zur Kerzenparty bekommen."
"Ist doch so wie Tupperparty, oder nicht?"
"Nur dass die Sachen viel teurer sind und es keine Gastgeschenke gibt. Außerdem will ich keine Zwanzig Euro für Kerzen ausgeben. Die werde ich bei so einem Preis doch niemals anzünden und abbrennen lassen."
Schnell zerriss sie die Karte und legte sie auf den Altpapierstapel in seinen Armen.
Die wenigen Briefe, die übrig blieben, steckte sie in ihre große Tasche und schmiss den Stapel, den Ole auf seinen Händen herum balancierte in den Papiercontainer draussen.
"So, wir können."
Auf dem Weg zur Elbe fuhren sie an Oles Straße vorbei und er konnte Tina mit Kinderwagen schiebend sehen.
Aus der Hartschale blitzte der blaue Stoff mit den Autos.
Scheinbar war sie mit ihrer Nähmaschine fleissig gewesen.
...




Donnerstag, 2. Februar 2012

33. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

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Jeden Tag kommt ein Teil zur Geschichte dazu, so dass am Ende des Jahres eine lange, spannende, traurige oder witzige Geschichte raus kommt.
Und das Beste daran: Ihr könnt mitmachen!

Einzige Voraussetzung dafür ist ein Kommentar unter dem Text. Dort dürft Ihr mir ein Wort hinterlassen, das am nächsten Tag in die Geschichte mit eingebaut wird.
Wichtig! Schreibt dazu, dass es sich um das Wort handelt. Denn "Super!", "Scheiße", "Mist" sehe ich als Kompliment oder Kritik. Steht es aber so drin, "Stichwort: Scheiße" kann ich es auch einarbeiten.
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33. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

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Nachdem er die Tür schloss, fiel sein Blick auf den Kalender.
Er hatte noch den morgigen Tag und das Wochenende Urlaub. War nicht mehr viel Zeit, etwas zu buchen und weg zufahren. Aber bei seinem Glück, würde er selbst bei einem Flug ins Ausland nicht mit der Maschine vom Flughafen abheben. Irgendwie hatte er das Gefühl, ein Unglück kommt selten alleine. Wenn er an seinen Urlaub dachte, was da alles schon schief gelaufen war: Waschmaschine ausgelaufen, Fahrrad geklaut, der immer wieder würgende und kotzende Oskar, kranke Schwester, überfluteter Keller. Er dachte an "Murphys Gesetz" und musste lachen.
Bei seinem nächsten Urlaub würde er wohl auswandern.
Ole füllte Oskars Napf mit Whiskas, nahm sich ein Brot mit Kürbiskernen und setzte sich erneut an seinen Computer.
Er hatte eine Anfrage von einer Regina bei stayfriends gehabt. Es fiel ihm sofort wieder ein. Sie war seine erste große Jugendliebe. Damals, in der neunten Klasse war er über beide Ohren in sie verliebt. Sie wohnte in einem Hochhaus und er besuchte sie meist zu den Zeitpunkten, zu denen der Fahrstuhl kaputt war.
Ehe er oben bei ihr im achten Stock ankam, war er völlig außer Atem. Ihr Vater lachte ihn immer aus, meinte, er müsse mehr Ausdauer und Kraft haben, wenn er seiner Tochter imponieren wolle.
Ihr Vater starb zwei Jahre später an Prostatakrebs. Ein Jahr, nachdem Regina mit ihrer Familie in ein Haus gezogen war. Ole hatte sich damals davor gedrückt, ihnen beim Umzug zu helfen. Zu sehr befürchtete er, der Aufzug könne wieder defekt sein.
Das nahm sie ihm übel und brach den Kontakt ab.
Jetzt sah er auf ihre Profilseite und schaute ihr online Fotoalbum durch. Bilder von früher aus der Schule, von heute und von ihren zwei Kindern.
Sie war also schon Mutter. Ein wenig Eifersucht keimte in ihm auf.
Ob sie verheiratet war?
Er schaute ihr Profil durch, fand darüber aber keine weiteren Angaben.
Vielleicht ist sie auch bei Facebook? fragte er sich und gab dort ihren Namen an.
Schnell hatte er sie gefunden. 
"Plitsch Platsch Pinguin Marathon die zweite!" stand unter einem Foto, das sie von ihrem Sohn beim Spielen eingestellt hatte.
In ihrem Profil stand single und irgendwie war er erleichtert.
Vielleicht würde er sie mal anrufen. Ihre Nummer hatte sie ihm per Nachricht geschickt, mit der Frage, ob sie nicht mal telefonieren wollen.
Er scrollte weiter runter. Ein Bild mit weißen Rosen und dem Text I miss you!, Musikvideos von youtube, ein Bericht von ihr, dass sie mit Kind ins Krankenhaus musste, weil es einen Unfall hatte. Sie war sehr freiizügig mit Infos, dafür, dass ihr Profil nicht gesperrt war.
Wer weiß, vielleicht würde er glatt noch die Geburtsurkunden ihrer Kinder finden, wenn er weit genug runter scrollte.
Ole musste lachen. Schon damals war sie ein wenig seltsam.
Aber sie konnte verdammt gut küssen und hatte immer so große, weiche Lippen, die sie stets mit so nem Labello einschmierte. "Für schmuseweiche Lippen!" hatte sie immer betont.
Schmuseweich waren sie wirklich, das musste er zugeben.
Er entschied, sie vorerst nicht anzurufen, ihr aber eine Anfrage bei Facebook zu schicken. Sie könnten erstmal schreiben und dann könne er immer noch entscheiden.
Sein Postfach hatte noch weitere neue E-Mails und er las eine nach der anderen.


"Lego entdeckt das Kind im Manne! Der berühmte Bulli Camper aus Legosteinen!"

Wäre auch was für ihn, aber da er sein Geld nicht aus dem Ärmel schütteln konnte und auch nicht Krösus hieß, würde es dieses Auto nicht geben.

"Ebay: Ihr beobachtetes Angebot > Nintendo DS - Gehirnjogging< endet bald."
Er klickte auf den Link und ging auf Sofortkauf. Kurz danach kam die Zahlungsaufforderung und bezahlte per Onlinebanking und seinem TAN Generator. Früher war er absolut dagegen, fand die TAN Liste viel besser und weigerte sich bis zur Umstellung, den TAN Generator zu benutzen. Nun war er froh darüber, das Ding zu haben.
Bald würde er das Gehirnjogging Spiel besitzen und während seiner Pausen ein wenig spielen.
Das Telefon klingelte und er sah im Display die Nummer seiner Schwester.
"Na kleine, wieder unter den Lebenden?" begrüsste er sie.
"Hey, ja. Ich bin wieder fit. Dank Dir. Hab gestern fast den ganzen Tag nur geschlafen."
"Na das klingt doch gut."
"Hast Lust, heute an die Elbe zu gehen? Ich muß Toby mal ein wenig Auslauf spendieren, nachdem er die letzten Tage kaum raus konnte."
"Reicht doch, wenn Du ihn auf Deinem Balkon laufen lässt." er lachte.
"Nein, kleiner Scherz, wann willst Du denn los?`"
"Ich hatte gehofft, Du holst mich so um fünfzehn Uhr ab?"
Er schaute auf die Uhr. Es war  halb zwölf. "Ist gebongt."
"Würdest Du mir dann meinen Weihnachtsbaum mit raus schleppen? Ich kann das olle Ding und das Lametta nicht mehr sehen. Hab heute alles abgeschmückt."
"Kein Problem, bis nachher."
...

Mittwoch, 1. Februar 2012

32. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

ACHTUNG: Es werden nur die Worte berücksichtigt, die als Kommentar unter dem aktuellen Tag gesetzt wurden!!!!!!


Info:
Jeden Tag kommt ein Teil zur Geschichte dazu, so dass am Ende des Jahres eine lange, spannende, traurige oder witzige Geschichte raus kommt.
Und das Beste daran: Ihr könnt mitmachen!

Einzige Voraussetzung dafür ist ein Kommentar unter dem Text. Dort dürft Ihr mir ein Wort hinterlassen, das am nächsten Tag in die Geschichte mit eingebaut wird.
Wichtig! Schreibt dazu, dass es sich um das Wort handelt. Denn "Super!", "Scheiße", "Mist" sehe ich als Kompliment oder Kritik. Steht es aber so drin, "Stichwort: Scheiße" kann ich es auch einarbeiten.
Die vorgeschlagenen Worte sind im Text dann gelb markiert...




32. Tag: 366 Tage Projekt: Die Mitmachgeschichte

...  

Der Morgen brach an und Ole hatte das Gefühl, gerade eben erst schlafen gegangen zu sein.
Er hatte Glück, die Nacht war traumlos und er fühlte sich gut. Keine verrückten Träume von Schwangerschaften, Liebschaften oder nach seinem Einsamkeitsanfall von gestern gar Singlebörsen und Blind Dates.
Das wäre das Letzte, zu das er greifen würde.
Aber vielleicht würde er ja jemanden bei seinem nächsten VHS Kurs kennenlernen, zu dem er sich eingetragen hatte.
Er wollte sein Hobby, die Fotografie ein wenig ausbauen und so die neu erarbeiteten Kenntnisse mit einbringen.
Sein Fotostammtisch, den er über eine Internetplattform gefunden hatte, freute sich immer, wenn jemand neue Ideen vorstellte. 
Ole stöberte auf der Internetseite der Fotoplattform ein wenig herum, um sich die neuesten Bilder seiner Bekannten anzusehen.
Wie er Maik und Lydia am Tag der Hochzeit ablichten könnte, würde er hier sicherlich auch finden. Es gab immer einiges an Anregungen: Die Braut stehend, der Bräutigam vor ihr am Boden. Bräutigam mitsamt seinen Frunden aus der Froschperspektive, oder Braut mit Freundinnen springend.
Ein Bekannter empfahl ihm auch ein Buch über Hochzeitsfotografie, mit vielen netten Bildern.


Das Klingeln der Türglocke ließ ihn von den Bildern aufsehen. Wer würde so früh am Morgen bei ihm klingeln?
"Guten Morgen Herr Vedder," trällerte ihm Frau Müller entgegen.
"Es tut mir leid, dass ich sie so früh schon störe, aber es gibt da ein Problem mit dem Keller."
"Macht nichts, Frau Müller. Worum geht es denn?"
"Der Keller. Alles nass. Knöcheltief. Der Keller ist unter Wasser."
"Äh, Wiebitte?" Ole dachte, er hätte sich verhört.
"Der Keller ist überflutet. Ich weiß nicht, ob von einem Rohrbruch oder Grundwasser. Was soll ich denn da machen?"
"Haben sie schon beim Vermieter angerufen?"
"Vermieter? Ich hab die Feuerwehr angerufen."
"Aber die kommen nicht."
"Stimmt, woher wissen sie das?" Erstaunt sah sie ihn an.

"Hatten meine Eltern auch mal." antwortete er knapp.
"Ja, äh. Dann werde ich mal beim Vermieter anrufen. Aber sie wissen schonmal Bescheid. Falls sie was im Keller haben, das beschädigt werden könnte."
"Dankeschön, Frau Müller. Auf Wiedersehen."
Sie drehte sich um und stieg langsam die Stufen wieder hinunter.
Manchmal gab es Momente, da wünschte er sich weit weg auf eine Urlaubsreise.
...